Bessere Bedingungen für Demenzkranke in der gesetzlichen Pflegeversicherung in Sicht?

veröffentlicht am 15. Juni 2013 in Aktuell, Allgemein von

Es steht eine grundlegende Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung bevor, so empfiehlt es zur Zeit der Beirat der Bundesregierung. So schlägt der Beirat vor, dass zukünftig nicht nur körperliche Defizite bei der Einstufung in die Pflegestufen berücksichtigt werden sollen, sondern auch geistige. Abgezielt wird damit in erster Linie auf die immer weiter ansteigende Anzahl von Demenzkranken. Sie gehen bei der Einstufung in die Pflegeklassen meist als Verlierer hervor.

Geistige Gebrechen, wie es Demenz nun mal ist, finden nur wenig Beachtung, was für die Betroffene extreme Folgen hat. Derzeit beziehen sich die Hilfen aus der gesetzlichen Pflegekasse fast ausschließlich auf Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Dabei kann die Pflege von einem Dementen mit wesentlich mehr Aufwand und Kosten verbunden sein, als die eines körperlich Beeinträchtigten. Erst diese Woche hieß es in der Ärztezeitung, dass es in der Pflegeversicherung keine Rolle spielen dürfe, ob jemand körperlich so eingeschränkt ist, dass er nicht mehr einkaufen gehen kann, oder ob er so dement ist, dass er nicht mehr alleine zum Einkaufen hin findet.
Parteien im Bundestag sind sich einig

Doch auch wenn maßgebliche Veränderungen anstehen, ist jetzt schon bekannt, dass sie in dieser Wahlperiode nicht mehr umgesetzt werden können. Zum Glück aber sind sich die Parteien im Bundestag in einer Sache einig: eine Umgestaltung der Pflegeversicherung ist dringend erforderlich. Im Pflegebeirat sind alle relevanten Verbände und Pflegeexperten vertreten. Deren Meinung und Empfehlung dürfen die Basis für zukünftige Reformen sein. Doch bekannt ist bislang noch nicht, was der Umbau der Versicherung kosten wird. Man rechnet damit, dass der Durchschnittsverdiener wenige Euro im Monat mehr zu tragen hat.
Doch nur gesetzlich pflegeversichert reicht immer noch nicht aus

Selbst wenn sich einiges in der gesetzlichen Pflegeversicherung tun wird, werden die Leistungen im Fall der Fälle, nämlich dann wenn wirklich Pflege in Anspruch genommen werden muss, nicht ausreichen. Daher raten auch Experten aus Politik und Wirtschaft immer weiter dazu, eine private Pflegeversicherung abzuschließen. Dies ist bereits für wenige Euro im Monat möglich und schließt finanzielle Lücken, die sich auch durch neue Reformen bei vielen Menschen ergeben werden. Denn nicht nur dass die Anzahl derer, die gepflegt werden müssen, immer weiter ansteigt, auch die Anzahl an Personen, die im Alter mit ihrem Geld nicht auskommen werden, steigt bedenklich an.


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