Neues zur privaten Pflegeversicherung – Bundeskabinett beschließt nun 5 Euro Zuschuss für “Pflege Bahr”

veröffentlicht am 7. Juni 2012 in Aktuell, Allgemein von

Kommt der Zuschuss zur privaten Pflegeversicherung, wenn ja, in welcher Höhe und wie sind die bürokratischen Hürden? Viele Fragen tauchen in diesem Zusammenhang immer wieder auf. Wir wollen Licht ins Dunkel bringen.
Wie weit sind die Voraussetzungen in gesetzlicher Hinsicht für einen derartigen Zuschuss geschaffen?

Dass ein solcher Zuschuss gezahlt werden soll, stand bereits seit einiger Zeit fest, über das „WIE“ wurde jedoch ebenso lange gestritten. Die Politik hat sich nun auf eine Variante geeinigt, die für manche einen großen Durchbruch bedeutet, für die Kritiker aber Anlass ist, den Plan zu verreißen.

Geplant ist, die gesetzlichen Bedingungen noch vor der anstehenden Sommerpause des Kabinetts festzuklopfen. Gesundheitsminister Daniel Bahr sieht sich dabei bestätigt, einen großen Vorteil ins Rollen gebracht zu haben. Sozialverbände und andere Kritiker lehnen aber den Vorschlag der Förderung von 5 Euro monatlich als lächerlich ab.

Auf alle Fälle kann man davon ausgehen, dass die Versicherungswirtschaft hier einen großen Vorteil sieht und entsprechende Verträge abschließen möchte
Was ist der genaue Inhalt des sogenannten „Pflege-Bahrs“?

Die Unterstützung soll aus dem Steuertopf entnommen werden. Monatlich erhält jeder, der einen bestimmten Versicherungs-Vertrag zur Abdeckung der Pflegebedürftigkeit abschließt, fünf Euro als Zuschuss des Staates. Die Pflegetagegeldversicherung, die man dafür abschließen muss, fordert einen Mindestbeitrag von 10 Euro im Monat. Dafür bekommt man in Pflegestufe III rund 600 Euro im Monat ausgezahlt, sofern der Versicherungsfall eintritt.

Die Auszahlung der Förderung ist über die Rentenversicherung geplant. Allein für 2013 kostet dieses Paket rund 100 Millionen Euro. Allerdings, so kritisieren einige Verbände, langt diese Summe nur für rund 2,5% der Versicherten. Entgegengehalten wird, dass man die Summe gegebenenfalls aufstocken würde.

Man möchte sich, so der Gesundheitsminister Bahr, damit an der Möglichkeit zu einem menschenwürdigen Altern beteiligen. Vor allem die häusliche Pflege soll profitieren. Als positiv wird beurteilt, dass so die Möglichkeit der Vorsorge auf Basis einer Versicherung besteht, und im Falle eines Falles das Privatvermögen des Pflegefalles und seiner Familie nicht so stark angegriffen werden wird.

Zu den Kritikern gehört auch Bert Rürup. Dieser hält diese Versicherung für unsinnig und plädierte auf eine höhere Förderung der betrieblichen und privaten Altersvorsorge.

Die Kritiker sind sich sicher, dass die Einigung der Politik ein Kuhhandel ist, der für die Versicherungswirtschaft Vorteile bringt. Die FDP habe dieses Zugeständnis des Partners CDU bekommen und sich im Gegenzug nicht mehr gegen das Betreuungsgeld gesträubt.

Allen Interessenten sei anzuraten, die entsprechenden Angebote der Versicherungswirtschaft zu prüfen, um gegebenenfalls einen solchen Vertrag abschließen zu können. Meist gibt es bei solchen Neuerungen Anlaufschwierigkeiten, die man erst einmal vorübergehen lassen kann.


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