Pflege-Bahr – Die staatlich geförderte Pflegeversicherung

veröffentlicht am 30. März 2013 in Aktuell, Allgemein von

„Pflege-Bahr“, so heißt die neue, staatlich geförderte Pflegeversicherung, die dem Riester-Prinzip folgt und dabei helfen soll, für den Pflegefall vorzusorgen. Immer mehr Menschen werden im Alter pflegebedürftig, die Kosten für die Pflege steigen und die staatlichen Pflegegelder reichen schon lange nicht mehr aus, um eine würdevolle Pflege im Alter zu bezahlen. Durch die Pflege-Bahr sollen nun finanzielle Lücken geschlossen werden.

Die Bundesregierung hat sich Mitte 2012 auf die staatlich geförderte Pflegeversicherung geeinigt, die in einem ersten Entwurf bereits 2007 vorgeschlagen wurde. Durchsetzen konnte das System jedoch erst Daniel Bahr (FDP), daher auch die Bezeichnung.

Pflege-Bahr – die Details

Die derzeitige Situation sieht so aus, dass die gesetzliche Pflegeversicherung lediglich einen Zuschuss zu den tatsächlich anfallenden Kosten der Pflege leistet. Die restlichen Kosten muss der zu Pflegende aus der eigenen Tasche bezahlen. Reicht das eigene Einkommen nicht aus, werden die Kinder zur Zahlung verpflichtet oder der Gang zum Sozialamt ist unausweichlich.

Die Deutschen müssen also privat Vorsorgen. Private Pflegeversicherungen gibt es viele, doch die Deutschen sind sehr verhalten und nur wenige schließen eine solche Versicherung ab. Um einen Anreiz zu schaffen sollen nun alle, die eine Pflege-Zusatzversicherung abschließen mit staatlichen Förderungen belohnt werden.

Die Förderung gestaltet sich so, dass Versicherte für eine Pflegetagegeldversicherung einen Zuschuss von fünf Euro im Monat bekommen. Anders als der bei der Riester-Rente werden die angesparten Euro-Beträge bei der Pflege nicht im jedem Fall im Alter ausgezahlt. Dies geschieht  nur im Pflegefall. Allerdings gibt es für die Verträge, die gefördert werden, sehr strenge Auflagen. So werden nur Pflegetagegeldversicherungen bezuschusst. Pflegekosten- und Pflegerenten-versicherungen fallen nicht unter diese Förderung. Zudem wird der Versicherungsnehmer dazu verpflichtet, monatlich mindestens zehn Euro in die Versicherung einzuzahlen. Ferner muss der Versicherungsvertrag ein Pflegetagegeld von monatlich mindestens 600 Euro vorsehen. Des Weiteren besteht für die Auszahlung der Leistungen eine Wartezeit von fünf Jahren.
Wer bietet die neue Pflege-Bahr bereits an?

Bisher gibt es nicht viele Versicherer, die eine solche Police anbieten. Allerdings soll sich dies im Hinblick auf die staatliche Förderung schnell ändern. Derzeit sind es Versicherer wie die Barmenia, die Signal Iduna und die Central Krankenversicherung, die erste verbindliche Produktlösungen anbieten. Vergleicht man allein nur diese Produkte miteinander, merkt man schnell wie groß die Unterschiede sind. Kommen in den nächsten Monaten also weitere Pflege-Bahr-Produkte auf den Markt, ist der eingehende Versicherungsvergleich noch wichtiger.
Für wen lohnt sich die Pflege-Bahr?

Profitieren können von der Pflegezusatzversicherung im Grunde genommen alle Menschen. Das Risiko pflegebedürftig zu werden, ist für alle gleich groß. Besonders empfehlenswert allerdings ist die Versicherung für Personen mit Vorerkrankungen, die ggf. in andere Tarife nicht angenommen werden. Auch junge Menschen profitieren, denn sie können für wenig Geld eine umfassende Vorsorge fürs Alter schaffen. Einen Vorteil genießen aber auch ältere Versicherungsnehmer. Bei ihnen sind die Beiträge aufgrund des Alters meist ohnehin sehr hoch, sodass eine staatliche Unterstützung willkommen ist.


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