Vorstoß zur Pflegeversicherung geht in die richtige Richtung

veröffentlicht am 27. Juli 2013 in Aktuell, Allgemein von

„Ein längst überfälliger politischer Weckruf …“ so bezeichnete Ilse Müller, Vorsitzende des BDH Bundesverband Rehabilitation, den Vorschlag von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, zur Anhebung des Beitrags zur Pflegeversicherung um 0,5 Prozent, damit endlich personeller Spielraum in der Pflegewirtschaft geschaffen werden kann.

Pflegekräfte zur Pflege alter Menschen

Ilse Müller erklärte in dieser Woche, dass die bestehenden Personalprobleme in der Pflege teilweise hausgemacht und nicht nur ein demografisches Problem sind. Besonders für jüngere Menschen muss der Pflegeberuf attraktiver werden. Anders kann der Kampf gegen den Pflegefachkräftemangel nicht aufgenommen werden. Dabei spielt Geld eine wichtige Rolle, was mit der geforderten Anhebung des Beitrags zur Pflegeversicherung ein Schritt in die richtige Richtung wäre. Mehr finanzielle Mittel würden aber auch den Pflegebedürftigen zugute kommen, immerhin könnten intensivere und vor allem individuelle Betreuungsleistungen geschaffen werden, was wiederum die Qualität der Pflege und die Lebensqualität der Betroffenen deutlich erhöht.

Doch allein mit der Anhebung des Beitrags zur gesetzlichen Pflegeversicherung ist es nicht getan. Müller wies darauf hin, das es in Deutschland zudem ein tragfähiges Zuwanderungskonzept geben muss, um dem Pflegefachkräftemangel zu begegnen. Dabei wies sie auf die prognostizierte Fachkräftelücke der Experten von Pricewatherhouse Coopers (PwC) hin. Diese waren zu dem Ergebnis kommen, dass 2020 rund 212.000 Pflegekräfte fehlen werden.

Nicht von der Hand zu weisen ist aber auch, dass trotz einer Anhebung der Beiträge in der gesetzlichen Pflegeversicherung der tatsächliche Aufwand der Pflege nicht gedeckt werden kann. Nach wie vor sind alle Verbraucher angehalten, sich mit dem Thema der privaten Pflegeversicherung zu beschäftigen. Sie deckt entstehende finanzielle Lücken zwischen den Leistungen der gesetzlichen Pflege und der tatsächlich anfallenden Kosten und sorgt zudem dafür, dass eine fachgerechte und menschenwürdige Pflege möglich ist.


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